San Francisco

Nach einem langen Tag im Yosemite Nationalpark schafften wir die Strecke nicht mehr ganz nach San Francisco. Nicht mehr ganz ist gut, es ist spät geworden, so dass die Sonne bereits unter ging, wir hatten alle hunger und noch keine Aussicht auf einen Schlafplatz. Weit kamen wir nicht mehr. 

Auf der Sugar Pine Ranch, nicht unweit vom Park entfernt, haben wir ein super gemütliches Cottage bezogen. Das kann ich übrigens wärmstens weiterempfehlen. *keine Werbung

Nach ganz viel Natur und weitreichender Landschaft erwartete uns als Nächstes wieder dichtere Besiedelung. Nächster Halt, für ganze drei Tage –

SAN FRANCISCO 

Von San Francisco hatte ich im Vorfeld durchweg positive Resonanz erfahren. Jetzt konnte ich mich endlich selbst überzeugen. 

Aber bevor wir San Francisco erreichten, legten wir einen kurzen Zwischenstopp in Oakdale ein. Im Vorbeifahren sah ich ein Aufkommen an Pferdetrailern und einige Leute mit Cowboyhut. Selbstverständlich wollte ich mir das genauer ansehen. 

Am Oakdale Saddle Club fand ein Turnier in „Rinder eintreiben“ statt. Sowas hatte ich noch nie gesehen. Mit Dressur, meiner eigentlichen Leidenschaft, hat das natürlich so gar nichts zutun.
Dennoch hat es mich schwer beeindruckt. Für einen Moment hatte ich Tränen in den Augen – vor Begeisterung, vor Dankbarkeit und aus Liebe zu den Pferden. 

Echte Cowboys, dachte ich. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. 
Wir haben das Treiben noch etwas auf uns wirken lassen, bis die Zeit wieder drängte.

Mittlerweile war es wieder heiss geworden. Während wir im Yosemite teilweise sogar gefroren hatten, haben wir uns jetzt wieder unseren Kleidungsstücken erleichtert. 

Noch gut 150 km waren es von Oakdale bis San Francisco. 

In San Francisco stand ein Bucketlist-Moment für meinen Dad an, nämlich der Besuch von Alcatraz – der berühmten Gefängnisinsel. Die Tickets dafür hatte ich schon von zuhause reserviert. 

Über eine riesige Brücke, mit Blick auf San Francisco, fuhren wir in die Stadt ein. Wie bereits erwähnt, hatten wir hier drei Tage eingeplant und für diese Zeit ein Motel gebucht. Bereits bei der Buchung haben wir gemerkt, San Francisco wird nicht günstig. 

Es war mittlerweile Nachmittag, als wir das Motel erreichen. Zentral gelegen im Marina District. Und weils bis zum Wasser nur ca. 1,5 km waren, sind wir zum Sonnenuntergang in dessen Richtung spaziert … Könnt ihr euch vielleicht denken warum? 

Natürlich, wir wollten schauen ob wir einen Blick auf die Golden Gate Bridge werfen können.
Und ja, wir konnten.
Pünktlich zum Sonnenuntergang hatten wir eine wunderschöne Sicht auf die beeindruckende Brücke.  

Wir waren in San Francisco angekommen. 

Sofort konnte ich mich für diese Stadt begeistern. Die Stadt, die so wahnsinnig viel zu bieten hat. Um uns in der kurzen Zeit schnell einen Eindruck und vielmehr eine Übersicht zu verschaffen, habe ich entschieden, dass es das Beste sei, Karten für den Hop-on Hop-off Bus zu kaufen. Ich wollte es meinem Dad einfach nicht zumuten den ganzen Tag – Berg auf, Berg ab – die Stadt zu erkunden, auch wenn er mit Sicherheit keinen Ton gesagt hätte, wenn wir uns dazu entschieden hätten. Aber die Idee mit dem Bus war super und funktionierte ganz gut. 

Nach einem typisch amerikanischen Frühstück, welches in unserem Motel tatsächlich beinhaltet war, liefen wir vorbei am Palace of Fine Arts zu unserer Bushaltestelle. Es hat vielleicht 30 min. gedauert und wir konnten im Doppeldecker platz nehmen. Da wir erst am Mittag die Tour für Alcatraz gebucht hatten, konnten wir den Vormittag mit dem entspannten Sammeln der ersten Eindrücke verbringen. 

Und wie bereits angekündigt, waren diese außerordentlich positiv. San Francisco gliedert sich in verschiedene Disctricts; 

Neben dem Financial- und dem Marina District gibt es den Mission Disctrict – diesen mit seinem lateinamerikanischen Flair der uns mitunter am besten gefallen hat.
Die Musik- und Kunstszene ist breit gefächert, viele Wände sind durch aufwendige Streetart bemalt, und die Menschen hier, egal ob Geschäftsleute, Latinos, Studenten oder Familien mit Kindern… alle leben Sie hier zusammen. Gechillt und sich getroffen wird meist im Dolores Park, von hier bietet einem die Stadt eine tolle Aussicht auf die Wolkenkratzer.

Aber auch durchgestylte Bars und Cafés laden zum Verweilen ein, oder teilweise auch nicht, wenn der Geldbeutel nicht gerade prall gefüllt ist. Denn leider ist San Francisco super teuer.
Low Budget ist hier kaum möglich. 

Welcome to Alcatraz-Experience ! 

Am Mittag erreichen wir die Marina Bay und den berühmten Pier 39. Von hier aus laufen wir in wenigen Minuten runter zum Pier 33, von wo aus unsere Fähre ablegte. Mit den Tickets „im Gepäck“ konnten wir uns bereits in die wartende Menschenschlange einreihen. Das Wetter war richtig gut und wir waren ultra gespannt auf das was uns erwartete. Allein die Fahrt mit der Fähre auf die Insel ist ein Highlight. Vom Wasser aus hat man den Panoramablick schlechthin auf San Francisco und die Golden Gate.
Die Überfahrt mit rund 15 min. geht recht schnell.
Nach den ersten Schritten auf festem Boden liefen wir zum Zellengebäude zur Abholung des Audio-Guides. Durch das Zellengebäude wird man mit Hilfe des Audio-Guides, welcher auch auf Deutsch besprochen ist, anschaulich durch den Trakt geleitet. Den äußeren Teil der Insel mit dem Wachhaus (das älteste Gebäude), die nach einem Brand übrig gebliebenen Gemäuer des ehemaligen Offiziersclubs, der Leuchtturm sowie dem Direktorenhaus mit eigenem Garten, kann man selbstständig erkunden.

Durch den Audio-Guide konnte ich die Menschenmassen, die bei solch einer Attraktion zu Stoßzeiten natürlich nicht ausbleiben, weitestgehend ausblenden. Wir lauschten den Erzählungen, die nicht nur hoch interessant, sondern auch mit verschiedenen Effekten versehen waren. Wer mehr Zeit benötigt, kann das Audio-Gerät zwischendurch immer anhalten.
Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber wir waren mindesten 3 Stunden vor Ort. Ich würde euch also empfehlen ein bisschen Zeit einzuplanen.

Nach Alcatraz hing uns der Magen fast bis zum Boden. Zeit, um einen der unzählig coolen Food-Spots zu testen. Wir entschieden uns für Super Duper Burger. Hier gab es endlich auch mal einen Burger für mich. Während Papa und Patrick sich regelmäßig durch Five Guys oder bei In-N-Out Burger kulinarisch verwöhnen ließen, sprangen für mich immer nur Pommes oder ein Shake heraus. Nicht so bei Super Duper Burger. Wir gönnten uns Garlic Cheese Fries (Pommes mit Knoblauch und Käse) sowie einen ordentlichen Burger. Für mich mit vegetarischem Patty. Das war lecker kann ich euch sagen…

Gut gestärkt, was wir tatsächlich in unseren Knochen spüren konnten, haben wir spontan entschieden die Night Tour mit dem Hop on Hop off Bus zu machen. Unsere Tickets waren 48 Stunden gültig, das wollten wir ausnutzen.
Die Route dieser Tour ist nicht so lang wie die am Tage, wobei sich da auch, soweit ich mich erinnere, drei Routen von einander unterscheiden. Besonders toll war, als wir über die Bay Bridge auf Treasure Island gefahren sind. Von hier hat man nochmal einen richtig tollen Blick auf die Skyline bei Nacht.

Um den gelungenen Tag gebürtig abzuschließen, sind wir in der Nähe unseres Motels noch in eine Bar/Restaurant gegangen. So wie wir uns in Deutschland vielleicht in den Biergarten setzen würden, so zischten wir hier ein Bier an einem kleinen Tisch halb auf dem Fussgängerweg. Die Lokale waren voll. Aber das störte nicht. Spannend war dagegen die Rechnung; rund 7€ für ein Bier … Jetzt verstanden wir auch unseren Uber Fahrer, der uns erzählte, wie hoch die Wohnungspreise in San Francisco so sind. Wahnsinn… 

Einen letzten Tag hatten wir noch in San Francisco. Was also wollten wir unbedingt noch sehen?

Der Audio-Guide unseres Citybusses hat empfohlen, unbedingt einmal in die City Hall rein zu gehen. Das wollte ich auf jeden Fall machen. Die Lombard Street ist ebenfalls einzigartig, die wollten wir dann selbst mit unserem Mietwagen fahren. Den Pier 39 wollten wir noch genauer anschauen und durch China Town schlendern.

Also, wieder rein in unseren Bus und bis zur Haltestation an der City Hall fahren. Am Eingang wurden wir gründlich kontrolliert, ähnlich wie eine Kontrolle am Flughafen, dann aber durften wir rein. Das Gebäude ist der Wahnsinn. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wie es von innen aussehen würde, und ich war völlig überwältigt. Wenn ihr sowas also mögt, geht unbedingt rein. Es ist kostenlos.

Anschließend machten wir uns auf zum Pier 39. Dort hatte ich das Gefühl, auf einem Rummelplatz gelandet zu sein. Menschen die sich ins Getümmel stürzen, Strassenmusiker, die ihr bestes von sich geben, historische Fahrgeschäfte die auf eine Fahrt im Rondell einladen, und massig Souvenir-Geschäfte sowie Restaurants. Kurz angeschaut wollte ich hier wieder weg. So ein Massenaufkommen im „Touri-Sinne“ ist gar nichts für mich.

Chinatown war dagegen viel angenehmer. Wieso dann nicht direkt hier Mittagessen. In einem unscheinbaren Restaurant platz genommen, wurde uns auch schnell die Speisekarte gereicht. Nur auf Chinesisch… oh nein.
Verstanden hat man uns auch nicht so wirklich. Ich bestellte einfach mal – gar nichts – ha ha.
Patrick versuchte sich an irgendeiner Suppe mit Fleisch und Papa an Ente. Als das Essen kam, entschuldigt bitte, aber hab ich mich nicht mehr ein gekriegt vor Lachen…
Ich kürze mal ab, über die hälfte ging zurück. In der Suppe von Patrick schwamm noch ein Hühnerbein und die Ente von Papa war nicht kross, sondern komisch wabbelig. 

Ok, wir waren um eine Erfahrung reicher.
Nur Hunger, den hatten wir immer noch …
In dem Fall hilft mal wieder In-N-Out.

Zurück am Motel packten wir unsere Sachen ins Auto und fuhren Richtung Lombard Street. Ich wunderte mich wo diese besagte Strasse wohl war. Und plötzlich wollte das Nafi das wir abbiegen. Und schon standen wir mitten auf der Strasse. Einige Autos vor uns wollten den Slalom ebenfalls hinunter fahren. Ein Mädchen lehnte sich beim Filmen mit ihrem Handy so weit aus dem Fenster, dass ich dachte sie fällt gleich hinaus. Auch hier war wieder viel los.
Alles gut und schön, aber ich freute mich wieder auf die breiten Strassen, die unendlichen Weiten und vor allem –
auf das Meer.

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