Mietwagen Rundreise Sardinien

Von Cagliari bis La Maddalena


Sardinien, du Perle Europas. Wir haben uns sofort in dich verliebt. Deine Gastfreundschaft, die atemberaubenden Strände, die vielseitige Landschaft und, dein Essen – ein kulinarischer Höhepunkt.
Ohne Plan, was wirklich untypisch für mich ist, sind wir einfach „drauf los“ gefahren und haben uns von dem nahtlos italienischen Flair treiben lassen. Auch Unterkünfte hatten wir zuvor keine gebucht.
Und dann erlebten wir einen Kurzurlaub, welcher nicht perfekter sein konnte.

Gestartet in Düsseldorf, sind wir lediglich mit Handgepäck, im Juni 2015 in die Hauptstadt Cagliari. In gerade mal zwei Flugstunden ist man dort. Den Mietwagen abgeholt, nahmen wir uns die Zeit Cagliari zu erkunden.

Von einer Freundin, welche bereits backpack auf der Insel unterwegs war, bekamen wir den Tipp, den botanischen Garten (Orto Botanico) zu besuchen. Mitten in der Stadt erfährt man dort ein Idyll der Stille eingebettet von wunderschöner Flora.

Anschließend ging es kreuz und quer durch die Strassen Cagliaris. Der erste völlig ungeplante Urlaub. Und er fühlte sich sehr gut an…
Frei und ungezwungen dem zu folgen wonach einem gerade ist. Ankommen, sich treiben und die Eindrücke auf sich wirken lassen.

Auf der Via Roma- der Hauptstraße direkt am Hafen von Cagliari, reihen sich typisch italienische Cafes aneinander. Und das Eiscafé „Peter Pan“ an der Ecke macht exzellent typisch italienisches Eis. Cagliari ist eine italienische Stadt genau, wie man sie sich vorstellt. Historisch, gepflegt, voller schmaler Strassen und Gassen, wunderschönen Kirchen, Kopfsteinpflaster und seiner modebewussten Landsleute. Nahtlos ist das italienische Flair unverkennbar. 

Am nächsten Tag fuhren wir nach Capo Boi.
Was ich bereits nach den ersten Tagen an Sardinien liebte, man kann oft bis nah ans Meer heranfahren. Über die SP17, immer am Meer entlang, ging es weiter an die Capo Carbonara, zur Costa Rei bis zum Capo Ferrato. Dadurch, dass wir in der Vorsaison auf der Insel waren, hatten wir oft das Glück, menschenleeren Ständen zu begegnen. Und dazu hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter.
Vom Capo Ferrato sind wir über die SP97 auf die SS125 bis Torre die Bari gefahren. Und dieses Örtchen ist ein kleiner Geheimtipp. Eine Art Doppelstrand wird einem hier geboten. Dieser teilt sich in einen feinkörnigen Kies- und auf der anderen Seite in klassischem Sandstrand. Ein toller Pinienwald spendet Schatten für weniger Sonnenhungrige oder Familien mit Kindern.

Auch das man in direkter Strandnähe parken kann, macht diesen Abschnitt besonders attraktiv. Das Wasser ist kristallklar und am Café in der Nähe des Parkplatzes kann man sich mit einem Eis oder kühlen Getränken erfrischen.

Und was jetzt kommt, ist eher nichts für schwache Nerven…  Denn wir sind (allerdings bewusst – „wird schon ganz schön sein“) über die Staatsstraße SS125 die extrem kurvenreiche Strasse durch das wunderschöne Gebirge Sardiniens gefahren. Vorbei am Supramonte, dem zweithöchsten Gebirge Sardiniens, sind wir immer mal wieder von der Hauptstraße abgefahren, rein auf schmalen Pfaden, wo sogar Wildschweine anzutreffen sind. Die Landschaft ist geprägt durch üppige Wildnis, Olivenbäumen und stein gesäumten Felsen. Oft haben wir an den kleinen schmalen Parkbuchten einen Foto stopp eingelegt und unsere Blicke über die Bizarre Landschaft schweifen lassen.

Ich erinnere mich noch genau an meinen Gedanken „so muss es doch in Afrika aussehen“.
Es war alle Bedenken zuvor Wert, diesen Weg gewählt zu haben.

Zuhause haben wir immer mal wieder von Leuten gehört, dass man in Italien, in ländlicheren Gegenden den sogenannten Agrotourismo ausprobieren soll. Beim Agroturismo übernachtet man meist auf kleinen oder auch größeren Bauernhöfen im Einklang mit der Natur. Meist leben sämtliche Tiere auf den Höfen und die Gastfamilien produzieren eigene Erzeugnisse wie Salat, Milch, Marmelade etc.
Genau mein Ding! Das wollten wir unbedingt ausprobieren. So haben wir uns auf dem Weg nach Cala Gonone für den Agriturismo „DIDONE“ in Dorgali entschieden. Wahnsinnig gastfreundlich wurden wir nicht nur von der Familie empfangen. Dort leben nämlich „Shar-Pei“ – Faltenhunde welche ich zuvor noch nie irgendwo gesehen habe. Die Zimmer sind geräumig, aber einfach. Dafür waren wir bis spät in der Nacht die einzigen Gäste dort und konnten am Abend den Ausblick und den Sonnenuntergang ganz zu zweit genießen.
Am nächsten morgen gabs typisch italienisches Frühstück – mit süssem Gebäck – und selbstverständlich selbstgemachter Marmelade.

Nun ging es nach Cala Gonone. Da freute ich mich schon den ganzen Urlaub drauf. Denn hier werden wir mit einem Boot raus an die traumhaft schönen Buchten fahren, zu denen man nur mit dem Boot gelangt. Außer man ist sehr sportlich und kletter erfahren, dann kann man zu weniger dieser Buchten auch absteigen.
Am Hafen von Cala Golorize kann an den vielen süssen Häuschen ein begehrtes Ticket für die Bootsfahrt gekauft werden. In dem Ticket, für welches wir uns entschieden haben, ist die Anfahrt auf drei der malerischen Strandabschnitte enthalten: Cala Mariolu – Cala Golorize – Cala Sisine. Das Wasser, ich verspreche euch, ist mindestens so schön wie in der Karibik. Das tolle an der Tour ist, man hat bei allen drei „Haltestellen“ ca. zwei Stunden Aufenthalt. So bleibt Zeit zum verweilen, erkunden oder einfach geniessen. Aber einen Tipp möchte ich euch ans Herz legen… Je nach Wetterlage verzichtet tunlichst nicht auf eine Kopfbedeckung. Die Tour ist von ca. 10-17.30 Uhr geplant und ihr seid auf dem Boot, sowie an den Stränden ständig der Sonne ausgesetzt. Patrick und ich haben uns mit seiner Cap abgewechselt (wo sie mir permanent vom Kopf wehen wollte, weil ich einen viiiel kleiner Kopf habe als er, aber das ist ein anderes Thema 😉 Und für diejenigen, die sich fragen, wie denn so das Wetter in der ganzen Zeit war, von sieben Tagen waren fünf Tage durchgängig sonnig und warm. 

Nächster Stopp – Orosei…

Das kleine aber feine Örtchen solltet ihr euch unbedingt anschauen. Ich wusste gar nicht, was ich mit meiner Kamera zuerst festhalten sollte. Entlang des historischen Rundgangs, welcher vor Ort gut ausgeschildert ist, trifft man auf viele wunderschöne Kirchen im mittelalterlichen und teils barocken Stil. 

In Olbia angekommen haben wir das Auto geparkt und zu Fuss die Stadt erkundet. Am Fußgängerweg, nicht unweit vom Hafen entfernt, luden einige Verkaufsstände zum Bummeln ein. Und ich habe tatsächlich auch einen wunderschönen Fund gemacht.

Wenn ihr das Glück habt, an einem Tag in der Stadt zu sein wo der Wochenmarkt stattfindet, dann empfehle ich euch dringend, diesen zu besuchen. Probiert euch durch die exzellenten Oliven und Käsespezialitäten und lasst euch einfach treiben. Olbia ist eher wenig historisch (allerdings gibt es ein archäologisches Museum), daher lohnt es sich, hier einfach die Straßen entlang zu spazieren und den Tag zu genießen.
Natürlich hat Olbia auch einige paradiesische Strände in der Nachbarschaft – dem Golf von Olbia – zu bieten. Ihr müsst euch quasi nur für einen der durchweg malerischen Strände entscheiden. 

Der letzte Halt, bevor es auf die Insel „La Maddalena“ geht, ist Porto Cervo – der Dreh- und Angelpunkt der Costa Smeralda. Haben wir doch schon so viel darüber gehört, so wollten wir uns dringend ein eigenes Bild von der angepriesenen Postkartenidylle machen.
Und es wurde nicht zu viel versprochen…
Die Costa Smeralda, wörtlich übersetzt bedeutet das „Smaragdküste“ macht ihrem Namen alle Ehre. Zwischen Megayachten, Nobelkarossen, exklusiven Restaurants, Tennis- und Golfclubs liegen schneeweiße Strände mit kristallklarem Wasser. Wer ein bisschen dazu bereit ist, zu suchen beziehungsweise, den Tipps der Einheimischen, statt dem Reiseführer zu folgen, der trifft auf Strände, die nur von wenigen Menschen aufgesucht werden, wessen Wasser in allen Facetten der Farbe Blau widerspiegelt. Natürlich gilt die Intention der Costa Smeralda den überaus gutbetuchten, aber man kann auch sehr gut „Low Budget“ unterwegs sein. So deckt man sich im Örtchen vorher im Supermarkt mit dem ein, was man für ein schönes Picknick am Strand braucht und gesellt sich anschließend an einen der weißen Strände. Die Aussicht auf schöne Yachten inklusive. Viele verweilen nämlich an den Buchten nicht unweit vom Strand. 

Von Palau aus setzt die Fähre auf La Maddalena über.

Die Insel ist ein Traum !

Warum?
Seht selbst…  

Man traut seinen Augen kaum, wenn diese zum ersten Mal auf das Leuchten des Meeres treffen. Bizarre Felsen ragen aus dem Meer, welches an den meisten Stellen mit geringer Wassertiefe punktet.
An den unzähligen kleinen Buchten findet man immer wieder ein Plätzchen, an welchem man ganz für sich alleine sein kann. Ich empfehle euch wirklich, mindestens für eine Übernachtung dortzubleiben. Aber Vorsicht, hier solltet ihr euch im Vorfeld um eine Unterkunft bemühen. Die Insel ist klein und die Unterkünfte demnach rar.
Von La Maddalena führt eine kleine Brücke auf die winzige Nachbarinsel Caprera. Hier lebte einst Gribaldi mit seiner Familie, bis er starb. Heute kann sein Haus besichtigt werden (leider war es geschlossen als wir dort waren). Caprera ist zwischen dichten Pinienwäldern und traumhaften einsamen Buchten Natur pur und ein Muss für Naturliebhaber.

Die Zeit verging wie im Flug.
Schon morgen ging unser Flieger wieder in die Heimat. Weil wir so viel Zeit wie möglich auf La Maddalena verbringen wollten, wurde uns die Zeit bis zum Abflug langsam knapp. Wir entschieden, die Strecke von Palau bis Cagliari in einer Tour über die wenig befahrene Autobahn zurückzulegen, und noch eine Nacht in Cagliari zu verbringen.
Spät am Abend sind wir dann wieder in der Hauptstadt angekommen.
Müde, aber sehr glücklich und mit tollen Erinnerungen.  

Hier findest du eine kurze Zusammenfassung…

Sardinien – Kurz und Knapp

  • Cagliari, die Hauptstadt – ein Must see !
  • Orto Botanico – Botanischer Garten in Cagliari
  • Die Via Roma entlang schlendern und unbedingt Eis essen
  • Am Torre di Bari relaxen
  • Entlang der kurvigen SS125 von Baunei nach Dorgali (Cala Gonone) durch das wilde Gebirge des Supramonte
  • Bootstour in Cala Gonone zu den karibischen Traumbuchten
  • Agriturismo ausprobieren (und unbedingt die eigenen Erzeugnisse probieren)
  • Historischer Stadtrundgang durch Orosei
  • Olbia entdecken und auf den Markt gehen
  • Sich zwischen den Schönen und Reichen tummeln an der Costa Smeralda – Yachten bestaunen !
  • Zum Abschluss die Trauminsel La Maddalena genießen und über die kleine Brücke zu den Spuren von Gribaldi nach Caprera fahren